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title: "Entgeltfortzahlung — sechs Wochen, die der Arbeitgeber selbst trägt"
description: "Was die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall kostet, warum sie den Unfall in Deutschland sofort teuer macht, und wie sie sich zur Beitragswirkung verhält."
term: "Entgeltfortzahlung"
definition: "Die gesetzliche Pflicht, das Arbeitsentgelt bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit bis zu sechs Wochen fortzuzahlen. Nach einem Arbeitsunfall trägt der Arbeitgeber diese sechs Wochen selbst — es gibt dafür keine Versicherung."
alsoKnownAs:
  - "Lohnfortzahlung"
  - "Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall"
jurisdiction: "Deutschland"
locale: "de-DE"
publishedOn: 2026-09-06
reviewedOn: 2026-09-06
canonical: "https://safeally.net/de-de/glossar/entgeltfortzahlung/"
sources:
  - label: "EntgFG § 3 — Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall"
    url: "https://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/__3.html"
    publisher: "Bundesministerium der Justiz"
  - label: "Kosten der Arbeitsunfähigkeit"
    url: "https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitswelt-und-Arbeitsschutz-im-Wandel/Arbeitsweltberichterstattung/Kosten-der-AU/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit"
    publisher: "BAuA"
  - label: "Unfallanzeige — Meldepflichten des Unternehmens"
    url: "https://www.dguv.de/de/ihr_partner/unternehmen/unfallanzeige/index.jsp"
    publisher: "DGUV"
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# Entgeltfortzahlung — sechs Wochen, die der Arbeitgeber selbst trägt

Die gesetzliche Pflicht, das Arbeitsentgelt bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit bis zu sechs Wochen fortzuzahlen. Nach einem Arbeitsunfall trägt der Arbeitgeber diese sechs Wochen selbst — es gibt dafür keine Versicherung.

Diese Pflicht ist der Grund, warum ein Arbeitsunfall in Deutschland finanziell
anders wirkt als in seinen Nachbarländern: **die ersten sechs Wochen sind eine
unmittelbare, unversicherte Ausgabe des Betriebs.** Erst danach übernimmt der
Unfallversicherungsträger mit dem Verletztengeld.

## Was das praktisch bedeutet

- **Der Betrag ist bekannt, nicht zu schätzen.** Bruttoentgelt plus
  Arbeitgeberanteile für den Ausfallzeitraum, direkt aus der Lohnbuchhaltung. In
  einem Wirtschaftlichkeitsdossier ist das die belastbarste Zeile.
- **Sie fällt sofort an**, während die Beitragswirkung über die Gefahrtarif- und
  Zuschlagsmechanik erst mit Verzögerung eintritt. Beide Effekte gehören in eine
  Rechnung, aber nicht in dieselbe Zeile.
- **Sie kommt zu allem anderen hinzu** — Ersatzkraft, Sachschaden, Einarbeitung,
  Untersuchungsaufwand. Der Fehler ist nicht, sie zu vergessen, sondern sie für
  den Gesamtschaden zu halten.

## Was sie nicht ist

**Kein Verletztengeld.** Das Verletztengeld zahlt der Unfallversicherungsträger
ab der siebten Woche; die Entgeltfortzahlung davor zahlt der Betrieb.

**Kein Ausgleich über den Beitrag.** Die BG erstattet dem Arbeitgeber die sechs
Wochen nicht. Für Kleinbetriebe gibt es das Umlageverfahren U1 der Krankenkassen
— das aber gerade bei Arbeitsunfällen nicht greift.

**Und keine französische oder spanische Entsprechung.** In Frankreich zahlt die
Sozialversicherung Tagegelder ab dem ersten Tag nach dem Unfall, der Arbeitgeber
ergänzt je nach Tarifvertrag; in Spanien liegt die größere Exposition beim
_recargo de prestaciones_. Wer ein deutsches Kostenmodell exportiert, überschätzt
die erste Zeile und übersieht die spanische.
